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Andrey Fedorchenko

Puppenhausblues
Ein Paar hat sich gefunden. Sie wohnt in einer winzigen Altstadtwohnung in Aarau, er in Minsk. Sie mag nicht in Weissrussland leben, und so wagt der nicht mehr ganz junge Mann den Umzug in die Schweiz zu seiner Frau. Mit wachen Sinnen beobachtet er das neue Leben in diesem engen Land. Nach unfreiwilliger Untätigkeit beginnt er zu arbeiten und entdeckt dabei Gewohnheiten, die ihn ans alte Russland erinnern. Manches bleibt ein ewiges Rätsel und könnte gerade darum ein Pfand sein für das Glück.

Andrey Fedorchenko
Geboren 1956 in Kaliningrad, damals Sowjetunion. Er schloss die Polygrafische Hochschule in Moskau als Buchillustrator ab. Seit 1976 lebte er in Minsk, der Hauptstadt von Weissrussland, wo er zahlreiche Bücher illustrierte und als Filmkritiker und Essayist tätig war. Seine Schweizer Frau konnte sich nicht entschliessen, nach Weissrussland zu ziehen, und so übersiedelte er 2003 nach Aarau, wo er zunächst im Hausdienst der Kantonsbibliothek arbeitete.

In seiner Geschichte reflektiert er seine Emotionen während der ersten drei Monate in der Schweiz. Er schrieb den autobiografischen Text in Russisch, seine Frau, Madeleine Rey, übersetzte ihn. Die beiden leben in Aarau - inzwischen in einer etwas grösseren Wohnung. Er liebt Texte, hinter denen die Persönlichkeit des Autors sichtbar wird, wie Louis-Ferdinand Céline, Eduard Limonov oder Charles Bukowski.

Übersetzung: Madeleine Rey